Sehenswürdigkeiten 30 Min vom Ferienhaus 3 Min. Lesezeit

Bayeux

Der Teppich, die Kathedrale und die Hauptstadt der Befreiung

Nur 30 Minuten vom Ferienhaus entfernt ist Bayeux eine der reichsten Städte der Normandie — und eine der wenigen, die von den Bomben des Jahres 1944 verschont blieben. Als erste befreite Stadt Frankreichs am 7. Juni 1944 diente sie den ganzen folgenden Sommer als provisorische Hauptstadt Frankreichs. Doch ihr Ruhm reicht weit zurück: Seit fast tausend Jahren macht der Teppich von Bayeux — eine gewaltige Wollstickerei aus dem 11. Jahrhundert — die Stadt des Bessin weltweit bekannt.

Wichtiger Hinweis vor der Abreise

Der Teppich von Bayeux wird zum allerersten Mal in seiner Geschichte von September 2026 bis Juli 2027 im British Museum in London ausgestellt. Wer Bayeux in diesem Zeitraum besucht, wird den Teppich nicht vor Ort sehen. Er kehrt im Herbst 2027 in einem neu gestalteten Rahmen nach Bayeux zurück, anlässlich des Millennium 2027 — Europäisches Jahr der Normannen. Abgesehen vom Teppich lohnt sich ein Besuch der Stadt in jedem Fall.

Was in Bayeux besichtigen?

Der Teppich von Bayeux (Teppich-Museum) — ein Weltmeisterwerk des Mittelalters: Diese 70 Meter lange Wollstickerei auf Leinwand schildert die normannische Eroberung Englands durch Wilhelm den Eroberer im Jahr 1066 — vom Tod Eduards des Bekenners bis zur Schlacht von Hastings. Kurz nach den Ereignissen entstanden, ist sie ein unvergleichliches historisches und künstlerisches Dokument. Ca. 1 bis 1,5 Stunden einplanen.

Kathedrale Notre-Dame — ein Juwel normannischer Architektur, das romanische und gotische Stilelemente mit seltener Harmonie vereint. Das romanische Hauptschiff aus dem 11. Jahrhundert, die Türme und der Vierungsturm sind bemerkenswert. Jahrhundertelang wurde der Teppich hier ausgestellt. Nicht verpassen: die romanische Krypta mit Fresken und die gemeißelten Kapitelle.

Die Altstadt — Bayeux zeigt ein außergewöhnliches architektonisches Erbe: Stadthäuser aus Caener Kalkstein, Fachwerkhäuser, Brunnen und gepflasterte Gassen. Ein einfacher Spaziergang durch das historische Zentrum — entlang der Ufer der Aure und rund um den Place Charles-de-Gaulle — ist zugleich Geschichts- und Ästhetikstunde.

Das Baron-Gérard-Museum (MAHB) — in einem Stadtpalais aus dem 18. Jahrhundert untergebracht, vereint es Gemälde, Porzellan und eine hervorragende Sammlung an Nadelspitze — die Spitze von Bayeux ist seit dem 17. Jahrhundert berühmt. Das nahe gelegene Conservatoire de la Dentelle à l’Aiguille bietet Live-Vorführungen durch Spitzenklöpplerinnen.

Das Gedenkmuseum zur Schlacht um die Normandie 1944 — ein umfassendes Museum über die 76 Tage der Normandieschlacht (Juni–August 1944), mit Waffen, Fahrzeugen, Uniformen und Archivdokumenten. Unverzichtbar, um die D-Day-Strände besser zu verstehen.

Der Britische Militärfriedhof — der größte britische Militärfriedhof Frankreichs mit 4 144 Gräbern. Gegenüber trägt das Mahnmal eine berühmt gewordene Inschrift: „Wir, die wir im Morgengrauen unseres Lebens starben, vertrauen euch die Erfüllung unserer Träume an.”

Der Samstagmarkt — einer der größten Märkte der Normandie, auf dem Place Saint-Patrice. Lokale Erzeuger, Käse, Meeresfrüchte, Geflügel und Bessin-Spezialitäten. Pflichtprogramm für einen Samstagmorgen.

Für Bayeux einen ganzen Tag einplanen. Die Stadt lässt sich sehr gut zu Fuß erkunden, vom kostenlosen Parkplatz an der Aure aus. Mit einem Besuch der Landungsstrände (Omaha Beach, Pointe du Hoc) zum kompletten D-Day-Rundweg kombinieren.